Un voyage à Paris

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Eine Reise in die Tanzmetropole

 Paris ist immer eine Reise wert. Für Tänzer ganz besonders. So wurden ein paar Urlaubstage über Ostern 2006 dazu genutzt.

  Eine Stadt der Superlative.                   An den Kultstättten des Tanzes


 1Panorama Paris 2Oper Paris 3Grab vom Meistertänzer Nishinsky 4Grab der Marie Taglioni
 Blick auf Paris vom Hochhaus Montparnas.    Beeindruckt von der Pracht der Pariser Oper.    Am Grab von den Tänzern Wazlav Nishinsky und Marie Taglioni
Le Cimitière de Montmartre in Paris ist ein Friedhof, auf dem viele bekannte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe gefunden haben. Wir finden dort die Grabstätten von namhaften Komponisten wie Jaques Offenbach, Léo Delibes, Adolphe Adam und Hector Berlioz, und Schriftstellern wie Heinrich Heine, Alexandre Dumas, Stendhal und Emile Zolas. Aber wenn Tänzer diesen Friedhof betreten, suchen sie mit Sicherheit nach zwei Grabstätten, die ihnen besonders am Herzen liegen. Es sind die Gräber des Meistertänzers Wazlav Nischinski und der ersten Meisterin des Spitzentanzes Marie Taglioni.
Wie kommt nun ein russischer Tänzer, geboren 1889 in Kiev, und eine italienische Tänzerin, geboren 1804 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm, auf einen Friedhof in Paris?
Nischinski studierte an der keiserlichen Tanzakademie in St. Petersburg, wo er für seine außerordentliche Virtuosität und Sprungkraft berühmt wurde. Als Djagilew 1909 Le Ballets Russes in Paris gründete, übernahmen Nischinski und Anna Pawlowa die führenden Rollen. Nischinski arbeitete auch als Choreograph und produzierte die Ballette: L´Après midi d´un Faune, Jeux und le Sacre du Printemps. Als er 1913 die ungarische Tänzerin Ramola de Pulszky heiratete, entließ Djagilew, in einem Anfall von Eifersucht, beide fristlos. 1919 erlitt er einen Nervenzusammenbruch und wurde in der Folge mit Schizophrenie diagnostiziert. Damit war seine Karriere beendet. Er verbrachte den Rest seines Lebens in verschiedenen Kliniken und Pflegeheimen. Nischinski starb 1950 in London, wo er zunächst auch beerdigt wurde. Doch drei Jahre später hat man ihn auf den Cimitière de Montmartre in Paris umgebettet.
Marie Taglioni entwickelte sich zur ersten Meisterin des Spitzentanzes, den der italienische Tänzer und Choreograph Carlo Blasis erfunden hatte. Ihr Vater war der italienische Tänzer und Choreograph Filippo Taglioni, der von 1803 - 1805 als Ballettmeister an der königlichen Oper in Stockholm arbeitete. Ihren ersten Unterricht bekam sie von ihrem Vater. Später unterrichtete sie ein bekannter Ballettlehrer in Paris. Ihre ersten Erfolge feierte sie als 18-jährige im Wiener Hoftheater. Danach folgte eine steile Karriere mit triumphalen Erfolgen in St. Petersburg, Berlin, London, Mailand, Wien und Paris. 1847 zog sie sich von der Bühne zurück. 1858 ging sie als Tanzlehrerin nach Paris, und wurde dort zwei Jahre später zur Ballettmeisterin an der Pariser Oper ernannt. Durch den Krieg 1870 wurde sie aus Frankreich vertrieben und setzte ihre Lehrtätigkeit in London und Brighton fort, wo sie den jungen Mädchen der englischen Gesellschaft Tanzunterricht gab. Marie Taglioni starb am 22. April 1884 einen Tag vor ihrem 80. Geburtstag bei ihrem Sohn in der französischen Stadt Marseille. Marie Taglioni ging in die Ballettgeschichte ein als die erste Ballerina, die auf Spitze tanzen konnte, und noch heute legen junge Tänzerinnen die ersten gebrauchten Spitzenschuhe auf ihrem Grab ab.